Transaktionsanalyse- ein Kommunikationsmodell für die Personalführung

ein Beitrag von Mag. Volker Hermanspann (Fa. WK-Fortbildungen)

In der Personalführung setzt sich mehr und mehr ein kommunikatives Strukturmodell durch, das ursprünglich der Tiefenpsychologie entstammt: das Modell der Transaktionsanalyse. Die Transaktionsanalyse, kurz TA, basiert auf der Frage, wann und in welcher Form jeder Mensch Kommunikation erlernt. Die kommunikativen Erfahrungen, die wir als Kind mit unseren Eltern machen, werden als Basis für unsere lebenslange Kommunikation gesehen. Konkret sind dies Strukturen von Dominanz, Vorwürfen, Vorurteilen auf der einen, solche von Trotz, Widerstand, Unzufriedenheit (oder, um es mit einem modischen Ausdruck zu sagen: zickigem Verhalten) auf der anderen Seite. Kommunikationen, die einfach so ablaufen, die wir uns also nicht bewusst machen, verlaufen in der Regel innerhalb dieses Verhaltensspektrums, also in einem fast physikalischen Bereich von actio und reactio. Das hat in der Regel den gravierenden Nachteil, dass wir nicht zu befriedigenden Ergebnissen gelangen, dass wir uns überhaupt unwohl fühlen in der Kommunikation. Es bedarf keiner näheren Erklärung, dass innerhalb privater Kommunikationsstrukturen solche Eltern-Kind- oder Kind-Eltern-Kommunikationen häufig der Fall sind und im Übrigen kein besonderes Problem darstellen. Sie sind bisweilen sogar Teil des ‚vereinbarten’ gegenseitigen Rollenverhaltens. Wenn ER sich beim Abwasch dumm anstellt, wenn SIE ihren Wunsch danach, heute Abend in ein Restaurant zu gehen und nicht zu Hause zu bleiben, auf die eingespielte leicht erpresserische Art des kleinen Kindes durchsetzt – nun gut, es stört nicht, es mag funktionieren. – Aber (und dies ist eine ganz fett geschriebenes Aber): Wann immer es um etwas geht, dann ist diese Art der Kommunikation nicht nur in hohem Grade unbefriedigend, sondern in der Regel vor allem auch ineffizient. Und bei der Arbeit geht es wohl immer um etwas. Für all diese Kommunikationen empfiehlt sich daher eine weitere Transaktionsebene, eine, die im Wesentlichen durch Rationalität, Entscheidungsfreude, Verantwortlichkeit gekennzeichnet ist oder, um es mit den Begriffen praktischer Kommunikation auszudrücken, durch Zuhören, verantwortliches Sprechen sowie konzeptfreien Umgang miteinander. Dies wäre, neben den oben genannten Ebenen der Eltern-Kind-Kommunikation die der Erwachsenen Kommunikation. Wer Erfahrung hat in der Personalführung wird dies wissen. Er oder sie wird mehr und mehr grundsätzlich auf dieser erwachsenen Ebene kommunizieren – nicht, weil es humaner, freundlicher ist und das eigene Ansehen verbessert (das alles tut es auch), sondern weil es am besten funktioniert. So sehr man bisweilen in einen Zorn geraten mag über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so sehr man den Wunsch (und die Berechtigung) verspüren mag, diesem Gefühl nachzugeben, so sehr steht doch zu befürchten, dass man anschließend mehr Energien bei der kommunikativen Trümmerbeseitigung einzusetzen gezwungen ist, als man zuvor durch die emotionale Abfuhr gewinnen konnte (hierfür empfiehlt sich eher ein Punchingball im Nebenraum). – Nein, Führung, der an qualitativer Verbesserung gelegen ist (und woran sonst sollte sie Interesse haben?!), führt Kommunikationen mit zunehmender Erfahrung von vorneherein auf Augenhöhe, also nicht von oben nach unten oder von unten nach oben, sondern quasi symmetrisch. Das bedeutet aber auch, dass man immer versuchen muss, den Gesprächspartner nicht schlecht dastehen zu lassen. Wenn man nämlich gegen diese Grundregel von Kommunikation verstößt, wird das Ergebnis immer Missachtung durch den Gesprächspartner sein; und wenn dieser dies nicht offen zum Ausdruck bringen kann, indem er etwa mit Rechtfertigungen, Gegenvorwürfen, Trotz und ähnlichem antwortet, dann wird er schon andere Wege finden, seine bad vibrations zu streuen. Dies zwei ganz einfache Schlüsse aus der Beschäftigung mit der Transaktionsanalyse. Sie sind letztlich nicht wirklich neu (wie es in der Kommunikation eigentlich nie etwas wirklich Neues gibt!), aber sich daran, gerade in allen kritischen Situationen, zu erinnern, erspart Ärger, Zeit und Nerven. Es dient damit der persönlichen Energiegewinnung.

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