PocketGuide Außerklinische Beatmung

Werte Kolleginnen und Kollegen,

als Ergänzung zu unserem „PocketGuide Klinische Beatmung“ haben wir nun einen weiteren Leitfaden speziell für die außerklinische Beatmung fertiggestellt.

Wir freuen uns Ihnen den neuen PocketGuide vorstellen zu können und hoffen mit unserer inhaltlichen Auswahl Ihren Geschmack getroffen zu haben.

Über Anregungen und Ideen freuen wir uns immer und schicken Ihnen sommerliche Grüße.

Ihr Harald Keifert

Veröffentlicht unter Team

Aufbaukurs: Pflegefachkraft für Außerklinische Beatmung

Sehr geehrte Damen und Herren,

da der durch die DIGAB akkreditierte einwöchige Basiskurs zum Erlernen der vorgegebenen Inhalte zeitlich sehr knapp bemessen ist und sich die außerklinische Intensivpflege überdies rasant entwickelt, haben wir uns in Kooperation mit der ResMed Akademie dazu entschlossen wichtige und interessante Inhalte zur „Auffrischung und Aktualisierung“ für Sie zusammenzufassen. Wie Sie es bereits aus dem Basiskurs kennen, haben wir die Inhalte praxisnah gestaltet. So haben wir die Möglichkeit die Inhalte in interessanten Seminaren und Workshops gemeinsam mit Ihnen zu erarbeiten.

Melden Sie sich sehr gerne bei weiteren inhaltlichen, organisatorischen oder anderen Fragen. wir informieren Sie kurz und umfassend!

Infos zum Aufbaukurs und auch zum DIGAB-akkreditierten Basiskurs “Pflegefachkraft für außerklinische Beatmung” finden Sie hier!

Außerklinische Beatmung in der hausärztlichen Versorgung

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

wir möchten Sie heute auf eine spezielle Fortbildungsveranstaltung aufmerksam machen, die sicher von Interesse für Sie ist. Das Gebiet der außerklinischen Intensivversorgung und Beatmung ist seit einigen Jahren ein stark wachsendes Feld. Häufig werden Patienten aus Lungenfachkliniken oder von Intensivstationen entlassen, um dann Monate oder Jahre, oft ohne ausreichende ärztliche Beatmungskontrolle, zu Hause bzw. in alternativen Wohnformen betreut zu werden. Hier besteht akuter Handlungsbedarf! Ihnen als Hausarzt fällt bei der fachgerechten Versorgung dieser Menschen eine bedeutende Rolle zu.

Die Fortbildungsreihe „Außerklinische Beatmung in der hausärztlichen Versorgung“ haben wir so konzipiert, dass Sie mit überschaubarem Aufwand die Möglichkeit haben, dieses hochkomplexe Thema zu vertiefen und aktuellen Beatmungs- und Behandlungsstrategien, die neusten Geräte und Entwicklungen kennen zu lernen.  Die vier Module bestehen aus 5 Seminareinheiten à 45 Minuten, sind in sich abgeschlossen und einzeln buchbar. Im Preis von € 230 je Modul sind umfangreiche Seminarunterlagen sowie ein gemeinsames Abendessen enthalten. Beantragt sind je 6 Fortbildungspunkte für Teil 1 bis 3 bzw. 5 für Teil 4. Um ein intensives Arbeiten zu ermöglichen ist die Teilnehmerzahl begrenzt, eine rechtzeitige Anmeldung ist daher zu empfehlen.

Wir würden uns freuen, wenn wir Sie für das Thema der außerklinischen Beatmung begeistern könnten.  Für Fragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.  Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Stefan Schulz, MBA
Fa. WK-Fortbildungen

Weitere Infos zu den Inhalten, der Terminierung und allen wichtigen Details finden Sie auf unserer Website unterhttps://www.wk-fortbildungen.de/seminare-programme/fortbildungsprogramme/ausserklinische-beatmung-fuer-hausaerzte/

Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Betreuungsverfügung, Testament – was ist zu tun?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute habe ich ein Thema für Sie, das zwar in aller Munde ist und auch im klinischen wie außerklinischen Alltag eine hohe Bedeutung hat – fragt man aber die Pflegekräfte und Ärzte, wie sie die Thematik für sich selbst handhaben, hört man sehr oft die Antwort, dass man sich schon lange darum kümmern wollte, aber einfach nicht dazu gekommen ist. Es geht um das Thema Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Testament. Ganz ehrlich – kennen Sie die Unterschiede und könnten Sie gezielt beraten oder für sich selbst sagen, was zu tun ist?

Die Frage ist: wer braucht was? Je nach Alter, Lebens- und Vermögenslage besteht ein unterschiedlicher Regelungsbedarf beim Thema Vorsorge. Was sollte man möglichst schnell in Angriff nehmen und wo besteht nicht unbedingt ein Handlungsbedarf!

Was viele nicht wissen: selbst Verheiratete vertreten sich nicht automatisch gegenseitig – hier ist eine Vorsorgevollmacht Pflicht! Was mich besonders erschreckt: Eltern haben volljährige Kinder und sich bislang nie Gedanken gemacht, was passiert wäre, wenn beide zu Tode gekommen wären, bevor sie volljährig geworden sind. Welche Vertrauensperson wäre zum Vormund geworden? Diese Frage ist schon relevant – auch in großen Familien, die sich scheinbar gut verstehen und bei sehr fragmentierten Familien erst recht! Hier ist eine Sorgerechtsverfügung unerlässlich! Und für die immer häufiger vorkommenden Patchwork-Familien gelten besondere Sachverhalte.

Um Klarheit zu schaffen und sinnvolle Empfehlungen zu geben, haben Ruth Bohnenkamp und Susanne Weidner ein über 100 Seiten umfassendes Vorsorge-Set zusammengestellt: sehr gut verständlich, sehr übersichtlich, mit Ausfüllhilfen der einzelnen Vollmachten inklusive den Formularen selbst!

Sie können sich das gesamte Set als Buch bestellen (12,90 € inkl. Umsatzsteuer zzgl. Versandkosten), als pdf (9,99 € inkl. Umsatzsteuer) und zum selben Preis auch als eBook. Schauen Sie einfach auf der folgenden Seite vorbei: https://www.test.de/shop/altersvorsorge-rente/das-vorsorge-set-sp0411/

Wer vorher festlegt, was er für sich erlaubt, rettet seinen Willen und seine Wünsche in die Zukunft.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen Gesundheit und einen guten Start in die neue Woche!

Ihr Harald Keifert

Dramatische Zunahme an Influenzafällen in Deutschland trotz Impfung!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dass diese Wintersaison die verfügbaren Grippe-Impfseren weniger gut zu den auftretenden Influenza-Stämmen passen ist allgemein bekannt und macht sich momentan mit zunehmenden Erkrankungsfällen unangenehm bemerkbar. Allein in der vergangenen Woche wurden dem Robert Koch-Institut mehr als 6.000 neue Fälle bundesweit gemeldet – das sind seit dem Beginn der Saison etwa 18.000 betroffene Menschen, wobei die südlichen Regionen Deutschlands stärker betroffen sind als die nördlichen. Nicht eingerechnet ist dabei die vermutlich immense Dunkelziffer, da eben nicht jeder Patient, der sich mit typischen Symptomen beim Hausarzt vorstellt, auf Influenza getestet wird. Experten gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Grippewelle in den kommenden drei Wochen erreicht sein dürfte. Dieses Problem sollte nicht unterschätzt werden – die jährlich wiederkehrenden Todesfälle zeigen dies sehr deutlich! Zumal die Influenza nicht mit Antibiotika behandelt werden kann – lediglich eine symptomatische Therapie kann den Patienten etwas Erleichterung schaffen. „Grippepatienten“ sind schwer krank – auch ohne eine bestehende chronische Erkrankung. Das Problem ist, dass chronisch Kranke der Viruserkrankung wenig entgegenzusetzen haben und bestehende Leiden exazerbieren können! Mit oft tödlichem Ausgang!

Wo liegt das grundlegende Problem?
Jedes Jahr stehen andere Grippeerreger im Vordergrund. Dieses Jahr sind es in Deutschland vor allem A/H3N2-Viren, die für über 80 % der Neuerkrankungen verantwortlich sind. A/H3N2 scheint zudem sehr wandelbar zu sein, was den Schutz vor dem Virus natürlich deutlich erschwert. Es ist ein grundsätzliches Problem, dass Grippeviren sehr schnell mutieren! Ihr Erbgut ändert sich nach dem Zufallsprinzip – das heißt aber auch, dass sich ein zuverlässiger Impfstoff immer erst entwickeln lässt, wenn das Virus der aktuellen Saison bekannt ist und zu diesem Zeitpunkt bereits viele Menschen befallen hat.

Bereits im Februar 2014 hatte die WHO eine Empfehlung zur Impfstoffzusammensetzung festgelegt. Die Entscheidung basierte auf den Erkenntnissen über die besonders verbreiteten Virenstämme des jeweils aktuellen Zeitpunkts. Dieses Mal passt der Impfstoff, wie gesagt, weniger gut zum Erreger als in vorangehenden Jahren. Denn A/H3N2 hat sich im letzten Moment doch noch so entscheidend verändert, dass die Impfstoffe ihn nicht mehr gut erfassen können. Das enthaltene Eiweiß stimmt nicht mehr mit dem Oberflächeneiweiß des Erregers überein.
Trotz dieser Problematik ist für bestimmte Risikogruppen eine Schutzimpfung nach wie vor sehr zu empfehlen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung für alle Personen ab 60 Jahren, für alle Frauen, die während der Influenza-Saison schwanger sind, und für chronisch Kranke. Besser ein Teilschutz als überhaupt kein Schutz, auch eingedenk der dramatischen Konsequenzen, die sich beispielsweise bei Patienten mit COPD ergeben können. Ferner schützt der Impfstoff immerhin vor den gleichzeitig kursierenden A/H1N1- und Influenza B-Viren.
Der Influenza-Bericht des RKI erscheint in der Wintersaison wöchentlich. Schauen Sie doch einfach mal rein!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesunden ausklingenden Winter und ein erholsames und sonniges Wochenende.
Ihr
Harald Keifert

Nutzung von Patienteninformationen und -erfahrungen mit Health Unlocked

Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute habe ich Ihnen ein interessantes Interview von Medscape mitgebracht, das ein durchaus bekanntes Thema aufgreift, das aber hier in einer sehr viel strukturierteren und umfassenderen Art und Weise umgesetzt wird, als die, die wir in Deutschland zumeist vorfinden.

Es geht um die Nutzung von Patientenwissen, um die Gesamtpatientenversorgung zu optimieren. Wir kennen das ja seit Langem aus den unterschiedlichsten Foren, die man als Betroffener, zum Teil mit sehr großem Erfolg, nutzen kann. Was mir an dem hier vorgestellten Beispiel Health Unlocked  https://healthunlocked.com/ sehr gut gefällt, ist die sehr übersichtliche Darstellung der einzelnen Communities sowie die Integration wissenschaftlicher Daten, welche die Erfahrung der einzelnen Patienten sehr gut ergänzen! Wie auch in den uns bekannten Foren ist mir aufgefallen, dass neben der Kompetenz, die diese Plattform ausstrahlt, vor allem ein hohes Maß an Empathie präsent ist, das ich auch an den mir bekannten Foren schätze. Ich denke, vor allem dieser Aspekt ist für eine echte Hilfestellung entscheidend!

Der Interviewpartner ist Jorge Armanet, der CEO von HealthUnlocked. Zusammen mit dem Chirurgen Matt Jameson Evans gründete er das soziale Netzwerk bereits vor 5 Jahren. Lange Zeit stießen die beiden mit ihrer Idee aber auf viel Unverständnis und auch Kritik – vor allem von Ärzten.  Ich denke, dass wir (auch Ärzte) den Menschen vermutlich oft in seiner Fähigkeit unterschätzen, informierte Entscheidungen über die eigene Gesundheit selbst zu treffen!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und euch eine schöne Woche!

Ihr Harald Keifert

Im Interview mit Medscape verrät Armanet, wie sie trotz der anfänglichen Kritik ein erfolgreiches Unternehmen aufbauten und welche künftigen Pläne sie nun hegen.

Medscape: Bei Ihrem Vortrag erwähnten Sie, dass Sie wohl einer der wenigen Summit-Teilnehmer sind, der nicht ursprünglich aus dem medizinischen Sektor kommt. Wie wird man von Medien- und Technologieexperten zum Gesundheitsunternehmer?

Armanet: Gerade weil ich selbst nicht aus dem Gesundheitsbereich komme, erschien es mir bizarr, dass sich das gesamte Gesundheitssystem um Patienten dreht, die Stimme von Patienten aber hier keinen fundamentalen Part erfüllt. Mir wurde schnell klar: Unsere Aufgabe muss es sein, dieses Paradox zu lösen. Dafür haben wir mit HealthUnlocked mittlerweile eine gute Grundlage geschaffen, die es nun auszubauen gilt. Außerdem wollen wir noch mehr Interessensgeber in unser Produkt integrieren.

Medscape: Bislang machen das Gros Ihres Netzwerks Patienten aus. Ärzte spielen dagegen eine eher untergeordnete Rolle. Braucht es hier keine fachliche Unterstützung?

Armanet: 95% der Patientenanfragen werden durch die Gemeinschaft gelöst. Zusätzlich gibt es für jede Community spezifische Admins, die sich besonders mit dem Thema auskennen. Tatsächlich bekommen wir diese Frage aber häufig in medizinischen Fachkreisen gestellt. Und aus bisheriger Erfahrung können wir antworten: Es funktioniert auch mit wenig Moderation sehr gut. Letztlich bieten wir keine medizinischen Informationen, sondern Unterstützung an.

Medscape Deutschland: Was sind denn typische Anliegen, mit denen sich Nutzer an Ihr Netzwerk wenden?

Armanet: Initial suchen viele Patienten mit einer neuen Diagnose nach Antworten. Doch diese können sie auch andernorts im Internet finden. Der Grund, warum sie wieder zu uns kommen, ist, dass sie bei uns Empathie und vergleichbare Patientengeschichten finden. Aus einer Nutzerbefragung wissen wir, dass 77% unserer Nutzer es schätzen, hier Gleichgesinnte finden.

Medscape: Die Patienten schätzen es also – doch was denken ihre Ärzte?

Armanet: Gerade zu Beginn gab es viel Widerstand. Der war teilweise dadurch bedingt, dass Technologie im Allgemeinen oft als Bedrohung für die Ärzte empfunden worden ist. Es ist wahr, dass technologische Innovationen Ärzten an manchen Stellen Arbeit abnehmen. Beispielsweise gaben mehr als die Hälfte unserer Umfrageteilnehmer an, weniger zum Allgemeinarzt zu gehen als vor ihrer Anmeldung. Auf der anderen Seite helfen Innovationen wie diese aber das Outcome zu verbessern, anhand dessen letztlich der Erfolg des Arztes bemessen wird.

Medscape: Wenn man beispielsweise an die Impfmythen denkt, bergen Diskussionen ohne medizinische Experten aber doch auch ein Risiko für Fehlinformation.

Armanet: Ich bin der Meinung, dass Menschen das Recht haben ihre Meinung über diese Dinge zu diskutieren. (…) Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass diese Diskussionen auch außerhalb unseres Netzwerks geführt werden.

Medscape: Ein Teil Ihres Erfolgs ist durch dessen intelligentes Datensystem bedingt. Können Sie kurz erklären, worum es dich dabei handelt?

Armanet: Tatsächlich war die Integration eines intelligenten Datensystems eine meiner ersten Ideen. Allerdings waren zum Zeitpunkt der Gründung noch nicht die technischen Voraussetzungen dafür gegeben. Glücklicherweise hat sich das mittlerweile geändert. Unser System ermöglicht es uns, dem Nutzer Inhalte zu präsentieren, die für ihn persönlich auch bedeutsam sind. Wenn er beispielsweise einer bestimmten Community beitritt, dann zeigt er uns damit, dass für ihn die entsprechenden und verwandte Themen interessant sind. Wir nutzen diese Information, um personalisierte Angebote zu generieren.

Medscape: Klingt nach einem wertvollen Datenschatz, der beispielsweise auch für Pharmaunternehmen interessant sein könnte.

Armanet:  Unser Ziel ist es, einen Wert für den Nutzer zu schaffen – denn die Nutzer sind wiederum unser höchstes Gut. Uns ist es wichtig, dass sie uns für lange Zeit erhalten bleiben. Natürlich informieren wir aber darüber, wenn ein Pharmaunternehmen beispielsweise eine Studie plant, die für bestimmte Nutzer interessant sein könnte. Unserer Erfahrung nach wird diese Information auch sehr wertgeschätzt.

Medscape: Den Mehrwert von personalisierten Patientennetzwerken hat nun auch Facebook erkannt und kündigte jüngst an, sich selbst in diesem Feld engagieren zu wollen. Was halten Sie davon?

Armanet: Facebook hat in den vergangenen Jahren unglaubliche Dinge geleistet, und ich glaube, dass das Unternehmen ebenso im Gesundheitsbereich einen beeindruckenden Beitrag leisten kann. Ich bin mir zwar nicht sicher, wie sie die Anonymität von Patienten gewährleisten wollen, denn bei uns ist jeder Nutzer anonym. Aber ich glaube ebenso, dass dies kein Problem ist, das Facebook nicht bewältigen könnte. Ich bin jedenfalls gespannt, auch wenn wir damit einen starken Mitbewerber auf dem Markt bekämen. Letztlich beweist es doch: Unsere Ansatz ist der richtige.

Referenzen:

3. Internationaler Pharmasummit „Rethinking Healthcare”, 22. / 23. Oktober 14, Berlin

Quelle:

Shari Langemak, Medscape vom 29.10.14

Zwerchfellsonografie zur Verlaufskontrolle und als Vorhersagewert im prolongierten Weaning

Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute habe ich einmal wieder einen Artikel aus dem Bereich der Beatmungsmedizin erstellt, dessen Inhalt meines Erachtens eine deutliche praktische Relevanz für Patienten im prolongierten Weaning hat. Es geht um die Zwerchfellsonografie. Neu ist die Anwendung dieses Verfahrens nicht – und obwohl wir sie schon seit einigen Jahren durchführen, liefert die unten zusammengefasste Publikationen nochmals eindeutige Werte, die sich als gute Orientierung in der Praxis verwerten lassen. Somit viel Spaß beim Lesen meines Kurzartikels.

Herzliche Grüße an alle und eine besinnliche Adventszeit.

Harald Keifert

Bei einer vollständig kontrollierten Beatmung und einer überwiegender Inaktivität des Zwerchfells beginnt spätestens innerhalb von 24 bis 48 Stunden der Abbau der Atmungs- und Zwerchfellmuskulatur mit einer ausgeprägten Kontraktionsschwäche bis hin zur Atrophie aller Muskelfasertypen. Wenngleich die Zeitangaben in verschiedenen Untersuchungen variieren, korreliert die Kraftabnahme des Zwerchfells mit der Dauer der Beatmung. Dieses Phänomen, das durch ausgeprägte strukturelle Schäden und Umbauprozesse gekennzeichnet ist, wird als Ventilator Induced Diaphragm Dysfunction (VIDD) bezeichnet. Tatsache ist, dass dieses Syndrom mit einer Verschlechterung der Prognose assoziiert ist. Der Zwerchfellschaden entsteht durch eine frühzeitige inaktivitätsbedingte Muskelatrophie und ist durch eine gesteigerte Proteolyse, eine eingeschränkte Proteinsynthese sowie eine frühe Apoptose gekennzeichnet. Die Auswirkungen dieser Problematik, vor allem auf den Weaning-Prozess und die Wiederherstellung einer physiologischen Spontanatmung sind immens. Die diaphragmale Aktivität ist eine wesentliche Determinante für den Weaning-Erfolg.

Vor allem der Erhalt beziehungsweise die frühe Wiederherstellung der Spontanatmung, auch im Rahmen der kontrollierten invasiven Beatmung, kann diesem Mechanismus entgegenwirken. Im prolongierten Weaning liegt das Ziel hingegen in einer optimalen Balance zwischen Spontanatmungsaktivität und maschineller Unterstützung zur gezielten Entlastung, aber auch Belastung der Zwerchfellmuskulatur. Somit besteht immer die Gefahr, dass durch die Notwendigkeit langer kontrollierter Entlastungsphasen der Abbau der Atmungsmuskulatur weiter fortschreitet. Die Durchführung einer Zwerchfellsonografie ist hierbei ein wichtiges diagnostisches Verfahren zur Verlaufsbewertung der Zwerchfellkontraktilität und somit des mutmaßlichen Entwöhnungserfolgs bei Langzeitbeatmung. Hierbei wird die Differenz der Dicke des Zwerchfells zwischen Inspirations- und Exspirationsphase ermittelt. Bei einem Unterschied von mehr als 30 % kann, unter Berücksichtigung weiterer klinisch und apparativ ermittelter Werte, davon ausgegangen werden, dass eine Spontanatmung ohne Respiratorunterstützung möglich ist [1]. Die Ergebnisse dieser Studie werden als statistisch signifikant angesehen, sodass die Entfernung des Endotrachealtubus beziehungsweise der Trachealkanüle hierdurch hinreichend sicher indiziert ist. Wird die Untersuchung vor der Extubation beziehungsweise Dekanülierung in Spontanatmung durchgeführt, ist von einer Sensitivität von 96 % und einer Spezifität von 64 % auszugehen [1]. Da eine Ultraschalluntersuchung auf jeder Intensivstation ohne größeren Aufwand durchgeführt werden kann, sollte dieses Verfahren vor jeder kritischen Extubation beziehungsweise Dekanülierung in den Entscheidungsprozess einbezogen werden.

[1] DiNino E, Gartman EJ, Sethi JM, McCool FD: Diaphragm ultrasound as a predictor of successful extubation from mechanical ventilation. In: Thorax 69 (2014), S 431 – 435

TOP-Seller der Pharmakonzerne 2013

Werte Leserinnen und Leser,

Pharmakonzerne verzeichnen enorme Gewinne. Aber welche Präparate sind es, die den höchsten Gewinn in die Kassen spülen und den größten Umsatzzuwachs aufzeichnen? Die zehn bestverkauften Medikamente der Welt führten 2013 zu einem Umsatz von 79,2 Milliarden US-Dollar. Das Deutsche Handelsblatt zeigt einen Blick auf die zehn Top-Seller.
(Quelle: www.handelsblatt.com, 20.10.2014)

Platz 10: MabThera
Der Wirkstoff nennt sich Rituximab. Das Medikament wird für die Behandlung von Lymphomen eingesetzt. In der EU vertreibt Roche es unter dem Handelsnamen MabThera, in den USA heißt es Rituxan. 2013 brachte es rund 6,26 Milliarden Dollar ein.

Platz 9: Cymbalta
Der Wirkstoff dieses Medikaments heißt Duloxetin. Dabei handelt es sich um ein Mittel, das bei Depressionen und Angststörungen eingesetzt wird. Vermarktet wird es von Eli Lilly und brachte im Jahr 2013 etwa 6,46 Milliarden Dollar ein.

Platz 8: Remicade
Remicade ist der Handelsname von Infliximab. Dabei handelt es sich um einen Antikörper, der das Immunsystem beeinflusst. Eingesetzt wird das Medikament vor allem gegen Rheumaerkrankungen. In Deutschland wird es von MSD vertrieben. 2013 erzielte es einen Umsatz von rund 7,68 Milliarden Dollar.

Platz 7: Abilify Otsuka
Pharmaceuticals vertreibt das Arzneimittel Aripiprazol unter dem Namen Abilify. Es wird zur Behandlung der Schizophrenie eingesetzt.

Platz 6: Nexium
Der Protonenpumpenhemmer von AstraZeneca mit dem Wirkstoff Esomeprazol liegt im Mittelfeld der Top-Ten-Präparate. Der Umsatz 2013 lag bei etwa 7,86 Milliarden Dollar.

Platz 5: Lantus
Lantus wird von Sanofi-Aventis hergestellt. Es wird zur Behandlung von Diabetes mellitus eingesetzt. Mit einem Zuwachs von etwa 23 % wies es die stärkste Steigerung innerhalb der Top Ten auf. Umsatz 2013: etwa 7,94 Milliarden Dollar.

Platz 4: Enbrel
Ungefähr 7,95 Milliarden Dollar Umsatz machte dieses Pharmakon von Pfizer. Der Wirkstoff Etanercept wird zur Behandlung von Rheuma und der Psoriasis eingesetzt.

Platz 3: Crestor
Als Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine machte Astra Zenecas Medikament Crestor im Jahr 2013 einen Umsatz von etwa 8,15 Milliarden Dollar. Der Wirkstoff heißt Rosuvastatin.

Platz 2: Seretide
GlaxoSmithKline machte mit dem Bronchodilatator Salmeterol unter dem Namen Seretide 2013 etwa 9,21 Milliarden Dollar Umsatz.

Platz 1: Humira
Der Wirkstoff Adalimumab wird von AbbVie als Humira vertrieben. Dieses Medikament ist ein TNF-Blocker, der beispielsweise zur Behandlung von rheumatoider Arthritis oder Morbus Crohn eingesetzt wird. Es gilt als eines der teuersten Medikamente in Deutschland. 2013 brachte es weltweit etwa 9,85 Milliarden Dollar ein.

Ich hätte zum Teil ganz andere Medikamente im Kopf gehabt, wie zum Beispiel bestimmte Antibiotika, und war somit doch sehr erstaunt. Für mich eine interessante Übersicht!

An Sie alle herzliche Grüße und ein schönes herbstliches Wochenende.

Ihr Harald Keifert

 

CAP: einfache Maßnahmen zur Vermeidung kurz gefasst!

Hallo werte Kolleginnen und Kollegen,

heute habe ich wieder einen interessanten Artikel zu einem Thema für Sie, das uns täglich beschäftigt und letztlich auch ordentlich in Atem hält. Klinisch wie außerklinisch! Die Vermeidung der außerklinisch erworbenen Pneumonie!

Hierzu gibt es einen umfangreichen Katalog an wichtigen und oftmals ganz einfachen Empfehlungen sowie interessanten Stellungnahmen, um dieses oft letal verlaufende Krankheitsbild zu vermeiden. Gerade ältere Menschen sind hier in besonderem Maße betroffen. Einen wichtigen Stellenwert zur Vermeidung der CAP (community-acquired pneumonia) nehmen Impfungen, die Überprüfung der Medikation sowie ganz einfache Allgemeinmaßnahmen ein. Leider mangelt es sehr oft an der Umsetzung, vor allem bedingt durch das fehlende Wissen zu diesem Thema. Beispielsweise haben sich in den letzten 10 Jahren nur 10 % der Erwachsenen gegen Keuchhusten impfen lassen, obwohl gerade bei älteren Menschen ein Anstieg an Pertussis-Erkrankungen festzustellen ist. Ein weiteres Problem liegt darin, dass hierdurch eine Infektion von Säuglingen, mit denen beispielsweise Großeltern in Kontakt stehen, erfolgt.

Zum Thema „Grippeschutzimpfung“: die Erkrankungshäufung liegt hier eindeutig bei den Kindern, über die sich wiederum Eltern und Großeltern infizieren. Leider lässt sich nur etwa ein Drittel der Älteren zwischen 60 und 80 Jahren gegen Grippe impfen – dies gilt im Übrigen auch für die Pneumokokkenschutzimpfung.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt:

  • ab 60 Jahren oder bei chronischen Krankheiten eine jährliche Grippeschutzimpfung,
  • ab 65 Jahren eine einmalige Pneumokokkenschutzimpfung,
  • für alle Erwachsenen einmalig eine Auffrischungsimpfung gegen Pertussis, gemeinsam mit der nächsten Tetanusimpfung.

Durch die Pneumokokkenschutzimpfung kann die Erkrankung oftmals nicht verhindert, aber zumindest in ihrer Ausprägung deutlich gemildert werden – ein relevanter Aspekt, gerade für weniger belastbare, ältere Menschen mit bestehenden Komorbiditäten. Kontinuierlich wird an der Entwicklung neuer und wirksamerer Impfstoffe gearbeitet.

Sehr interessant sind auch die Anhaltspunkte dafür, dass bestimmte Medikamente die Auftretenswahrscheinlichkeit einer CAP erhöhen können. Die gilt beispielsweise für inhalative Steroide, hier eher für Fluticason als für Budesonid, für Benzodiazepine und Neuroleptika. In einigen Analysen waren auch Protonenpumpenhemmer mit einem erhöhten Pneumonierisiko assoziiert. Die Datenlage präsentiert sich aber eher schwach und uneinheitlich. Ob Statine und ACE-Hemmer tatsächlich einen protektiven Einfluss haben, muss noch genauer untersucht werden.

Die wichtigste Allgemeinmaßnahme zur Verhütung von Pneumonien ist allerdings der Verzicht auf aktiven und passiven Nikotinkonsum. Bei der sehr speziellen Klientel von Patienten im prolongierten Weaning, aber auch bei Vorliegen neurologischer bzw. neuromuskulärer Erkrankungen hat ein logopädisches Schlucktraining sowie die Durchführung videoendoskopischer Schluckversuche (FEES) eine besondere Bedeutung. Das oft unkritische und vor allem unreflektierte Entblocken von Trachealkanülen stellt ein wiederkehrendes Problem der deutschen Intensivmedizin dar.

Bei betagten Patienten liegt generell häufiger eine Dysphagie vor, die einer logopädischen Behandlung bedarf. Im Zweifelsfall solle immer eine entsprechende Konsultation erfolgen. Das wird gerade in Altenheimen oft übersehen. In diesem Zusammenhang soll nochmals auf die enorme Bedeutung der Zahnpflege und professionellen Zahnreinigung zur Vermeidung einer CAP hingewiesen werden.

Diese Maßnahmen, konsequent berücksichtigt, könnten zu einer deutlich geringeren Auftretenswahrscheinlichkeit und somit auch Sterblichkeit der CAP führen.

Ich hoffe, dieser kurze Artikel hat Ihnen weitergeholfen. Abschließend möchte ich Sie noch auf die aktuelle S3-Leitlinie der DGP zu Epidemiologie, Diagnostik, antimikrobiellen Therapie und Management von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbenen unteren Atemwegsinfektionen sowie ambulant erworbener Pneumonie (Update 2009) hinweisen.

Ihnen allen ein erholsames Wochenende und einen schönen Spätsommer!

Ihr Harald Keifert