„Miteinander reden“ – Schulz v. Thun geht in den Ruhestand

Hallo Kolleginnnen und Kollegen,

wer hat nicht schon von ihm gehört – Friedemann Schulz von Thun.  Sein Standardwerk „Miteinander reden“ wird in Aus- und Weiterbildungen, im Studium, in Fortbildungen zitiert, insbesonders sein Vier-Ebenen-Modell der Kommunikation.

Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Friedemann_Schulz_von_Thun (Bildlizenz: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Vier-Seiten-Modell_de.svg)

Ah, spätestens jetzt klingelt´s :lol:

Wenn Sie einmal erfahren wollen, wer der Mensch hinter dieser Arbeit ist, dann empfehle ich die Abschiedsvorlesung von Professor Schulz v. Thun, die er am 23.10.2009 in Hamburg gehalten hat.


Sie können das Video auch direkt auf der Seite von Lecture2go ansehen, ein Dienst der Vorlesungen der Uni Hamburg aufzeichnet und als Streams zur Verfügung stellt.


Mehr über Schulz v. Thun erfahren Sie auch auf dessen Website.


Viel Spaß mit diesem unterhaltsamen Vortrag wünscht
Jörg Weißenhorner

Uni Greifswald – Erfolge durch konsequentes Sepsismanagement

Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen, Einhaltung von Richtlinien und konsequente Schulung und Fortbildung der Mitarbeiter – das seien die zentralen Erfolgsfaktoren im Konzept des Sepsismanagements an der Uniklinik Greifswald. Eine Senkung der Letalität könnte damit über die vergangenen 2 Jahre nachgewiesen werden.

Link zum Nachlesen

Es zeigt sich damit wieder einmal, welchen Stellenwert eine hochwertige Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter hat.

Beste Grüße

Jörg Weißenhorner

Linktipp: Intensivstation-Kompakt

Hallo Kolleginnen und Kollegen,

haben Sie schon mal versucht, Verwandten oder Bekannten von Ihrer Arbeit und dem Setting dort zu erzählen? Schwierig, nicht wahr?

Ebenso schwierig ist es, Angehörigen und Besuchern in der ohnehin schon knappen Zeit die wesentlichen Merkmale des Aufenthalts auf der Intensivstation zu erläutern. Manche Kliniken haben Besucher- oder Patientenbroschüren für den Intensivaufenthalt – leider ist das aber nicht Standard.

 

Einen anderen Weg wählen Herr Kramer und Frau Schmidt. Diese sind zwei Intensivpflegende aus Magdeburg, die eine ganz hervorragende Online-Broschüre erstellt haben. Ich denke, diese Internetadresse kann man auch ganz ausgezeichnet an Angehörige von Patienten weitergeben, wenn keine eigene Informationsbroschüre vorhanden ist.

Ich persönlich hoffe, dass die beiden Kollegen dort durch eine Vielzahl an Besuchern ihrer Webseite motiviert werden, dieses Projekt zu pflegen. Und ich hoffe, dass weitere Pflegende ähnliche Projekte ins Netz stellen und damit öffentliches Bewusstsein schaffen, was Pflegende leisten.

Und hier ist die Webseite:

www.intensivstation-kompakt.de

Viel Spaß damit wünscht

Jörg Weißenhorner

Flohsamen für den Darm

Liebe Leserinnen und Leser,

ungefähr jeder zehnte Mitteleuropäer leidet an chronischen Verdauungsstörungen, die im allgemeinen Sprachgebrauch oft als „Reizdarm” bezeichnet werden. Das Internet ist voll von Artikeln zu diesem Thema. Blähungen, Völlegefühl, Magendrücken, unregelmäßiger Stuhlgang sind häufige Symptome, welche das Wohlbefinden der Betroffenen oftmals stark einschränken. Die Diagnose „Reizdarm“ ist schnell gestellt. Die schlechte Nachricht ist, dass die „Schulmedizin“ gegen diese Diagnose oftmals nur mit sehr bescheidenen Erfolgschancen antritt. Der Gang zum „Naturheilkundler“ scheint empfehlenswert . . . was man meiner Ansicht nach ohnehin häufiger in Erwägung ziehen sollte!

Wenn Sie von diesem Problem betroffen sein sollten, lassen Sie sich bitte beraten! Eine Studie an der Universität Utrecht zeigte an 275 Patienten mit Reizdarmsyndrom ganz Erstaunliches. Drei Gruppen erhielten täglich über drei Monate hinweg entweder 10 g Reismehl, Kleie oder Flohsamenschalen. Positive Effekte im Sinne einer Erleichterung der Symptome traten bei der Einnahme von Flohsamenschalen bei 90 % der Betroffenen auf, bei Kleie waren es 58 % und bei Reismehl 49 %. Wegen der hohen Quell- und Bindungseigenschaften sind sie in der Lage schädliche Stoffe im Darm aufzunehmen und zu eliminieren. Interessant auch, dass die Europäische Arzneimittelbehörde seit dem Jahr 2006 Flohsamenschalen eine hohe Wirksamkeit bescheinigt.

Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken – in jedem Falle – hier im Speziellen um eine gute Quellung im Darmlumen zu erreichen und die Wirksamkeit zu unterstützen.

Ja, das war’s für heute – ciao, bye-bye und bis zum nächsten Mal.

Ihr Harald Keifert

Veröffentlicht unter Team

Auch leichtes Schnarchen kann gefährlicher sein als vermutet

Werte Kolleginnen und Kollegen,

hier ein interessanter Beitrag, den ich im Newsletter der Selbsthilfegruppe Lungenemphysem und COPD Deutschland vom 26.11.09 gefunden habe und hier kurz für Sie zusammenfasse.

Spricht man über die Problematik des Schnarchens und den daraus sich ergebenen Konsequenzen, denkt man sehr häufig an Patienten mit schwerer Schlafapnoe. Eine Untersuchung in der AMERICAN SLEEP CLINIC in Frankfurt, an der 47 schnarchende Patienten und 47 Patienten mit Schlafapnoe teilgenommen haben, brachte sehr Interessantes hervor. Die Ergebnisse veranlassten die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumonologie und Beatmungsmedizin dazu, darauf hinzuweisen, dass auch gewöhnliches Schnarchen deutliche Reaktionsdefizite im täglichen Alltag hervorrufen kann. Aufgrund der verringerten Reaktionsgeschwindigkeit kann ein deutlich erhöhtes Risiko für Autounfälle, aber auch für Arbeitsunfälle entstehen. Beim Reaktionstest, bei dem nach Auftreten eines sichtbaren Reizes eine Taste gedrückt werden sollte, wurde erstaunlicherweise festgestellt, dass schnarchende Probanten wesentlich langsamer reagieren als nicht schnarchende Menschen, die 0,5 % Alkohol im Blut hatten und nochmals deutlich langsamer als Patienten die an einer Schlafapnoe leiden.

Nochmals kurz zusammengefasst, soll darauf hingewiesen sein, dass Schnarchen eine Alarmreaktion des Körpers darstellt und eine deutliche Belastung für ihn bedeutet. Die Problematik liegt an der Alarmreaktion, die das Gehirn auslöst sobald es die reduzierte Sauerstoffversorgung die sich beim Schnarchen ergibt, registriert. In Konsequenz dessen nimmt die gesamte Muskelspannung des Körpers zu. Es muss eine erhöhte Atemarbeit bewältigt werden, um die beim Schnarchen deutlich entspannte Muskulatur im Rachenbereich offen zuhalten. Aus diesem Grund ist Schlafen in dieser Situation deutlich anstrengender und natürlich auch weniger erholsam als dies für Nichtschnarcher der Fall ist.

Als Konsequenz dieser Untersuchung kann eine regelmäßige Überprüfung der Reaktionsfähigkeit als sinnvoll angesehen werden. Das gilt grundsätzlich für jeden, im Besonderen aber für Menschen die häufig und regelmäßig am Straßenverkehr teilnehmen. Diese Untersuchung zeigt deutlich, dass Schnarchen generell kein harmloses Problem ist und selbst in dieser leichten Ausprägung einer intensiven Diagnostik bedarf. Häufig steht dieser intensivierten Diagnostik und Therapie die subjektive Einschätzung der Betroffenen gegenüber, da sie zum Einen meinen gar nicht zu schnarchen und auch nicht angeben, dass sie tagsüber müde sind, was hingegen bei Patienten mit schwerer Schlafapnoe ein häufig genanntes Symptom darstellt. Die eingeschränkte Reaktionsfähigkeit kann in besonderen Fällen schwierige und problematische Folgen haben, weil hierdurch nicht nur eine Eigengefährdung sondern auch eine deutliche Fremdgefährdung im Straßenverkehr auftreten kann. Jeder vierte tödliche Unfall im Straßenverkehr wird auf mangelnde Reaktionsfähigkeit und Übermüdung zurückgeführt.

Da häufig als Ursache für das Schnarchen Übergewicht verantwortlich gemacht wird, hilft es oft schon das Körpergewicht ein wenig zu verringern. In verschiedenen Fällen bietet sich auch eine kleine Schiene an, die nachts im Schlaf getragen wird und den Unterkiefer so nach vorne bzw. nach unten zieht, dass sich die Atmung während des Schlafes normalisiert. Bei schwereren Fällen ist eine CPAP-Therapie mit einer in der Regel installierten Nasenmaske sinnvoll, bei der nachts der Rachen offen gehalten wird. In verschiedenen Fällen kann das Schnarchen derartige Ausmaße annehmen, dass die Situation auch für den Partner sehr belastend wird, der dann auch häufig zu einer Therapie drängt. Schwierig im Zusammenhang mit dem Schnarchen stellt sich der Zusammenhang dar, dass sich besonders bei Vorliegen eines Schlafapnoe-Syndroms viele Betroffene nicht darüber im Klaren sind, dass durch diese Problematik Herz-Kreislauf-Erkrankungen resultieren können, die zu einer deutlichen Reduktion der Lebenserwartung führen.

Also kurz zusammengefasst: wenn Sie selbst schnarchen oder man Ihnen häufig sagt, dass Sie schnarchen, glauben Sie zum Einen Ihrem Partner und zum Zweiten begeben Sie sich unbedingt zur weiteren Abklärung in ein so genanntes Schlaflabor bzw. nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Hausarzt und Lungenfacharzt auf.

In diesem Sinne eine gut Zeit und bis zum nächsten, so hoffe ich informativen Blog an dieser Stelle

Ihr Harald Keifert.

Quelle: Lungenärzte im Netz in Newsletter der SHG Lungenemphysem-COPD Deutschland erschienen am 26.11.09

Veröffentlicht unter Team

Resistenten Keimen geht es mit gekühltem Plasma an den Kragen

Werte Kolleginnen und Kollegen,

Forschern am Max-Planck-Institut ist es wohl gelungen,  mit gekühltem Plasma (nein, kein Blutplasma!) effektive Hände- und Wunddesinfektionen durchzuführen. Die Wirksamkeit ist besonders hinsichtlich resistenter Keime von Interesse.


Lesen Sie hier mehr dazu.


Beste Grüße

Jörg Weißenhorner

„Aus dem Leben…“ – Was ist das denn?

An dieser Stelle entstehen nach und nach Beiträge zu Themen, die einem so jeden Tag bei der Arbeit oder auch sonst durch den Kopf gehen und die man auch Anderen mitteilen möchte – um sie einfach zu formulieren und vor allem um zu hören, welche Meinung die Kolleginnen und Kollegen so dazu haben. Bis dann an dieser Stelle.


Ihr Harald Keifert

Veröffentlicht unter Team

Etomidate und Ketamin bei Rapid-Sequence-Induction

Hallo werte Kolleginnen und Kollegen,


heute stelle ich Ihnen eine interessante am 1. Juli 2009 online publizierte Studie vor, die ich im Lancet gefunden habe. Patricia Jafre und ihr Team vergleichen hier die Anwendung von Etomidate und Ketamin zur Durchführung einer Rapid Sequence Induction akut kranker Patienten.

Zum Hintergrund: kritisch kranke Patienten benötigen nicht selten eine notfallmäßige Intubation, bei der häufig Etomidate zur Anwendung kommt. Allerdings wird dieses Medikament immer häufiger kritisiert, da es zur Ausbildung einer temporären Nebenniereninsuffizienz kommen kann, die mit einer erhöhten Hospitalmorbidität in Zusammenhang gebracht wird. In dieser Studie wird die frühe 28-Tage-Morbidität nach einer Einzelgabe von Etomidate oder Ketamin zur Durchführung einer endotrachealen Notfallintubation kritisch kranker Patienten verglichen. Methodisch wurde diese Untersuchung als randomisierte, kontrollierte, einfach blinde Studie durchgeführt, in die zunächst 655 Patienten eingeschlossen wurden. Durchgeführt wurde diese Studie an 12 notfallmedizinischen Zentren und 65 Intensivstationen in Frankreich. Die Patienten erhielten entweder 0,3 mg/kg/KG Etomidate oder 2 mg/kg/KG Ketamin zur Durchführung der Intubation. Nach Anwendung der Ausschlusskriterien wurden in der Etomidate-Gruppe 234 Patienten untersucht und in der Ketamin-Gruppe 235.


Die Ergebnisse waren sehr interessant. Der mittlere maximale SOFA-Score, der zur Einschätzung der Organfunktion bei Sepsis bzw. schweren Traumen herangezogen wurde, zeigte bei den beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede. Ebensowenig wurden signifikante Unterschiede bezüglich der Intubationsbedingungen bzw. Intubationsschwierigkeiten betreffend festgestellt. Allerdings war der prozentuale Anteil der Patienten mit einer Nebenniereninsuffizienz in der Etomidate-Gruppe signifikant höher als in der Ketamingruppe. Weitere ernstzunehmende Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Anwendung dieser beiden Pharmaka traten nicht auf.


Diese Untersuchung lässt folgende Interpretation zu: Ketamin scheint ein sicheres und wertvolles Medikament zu sein, das eine interessante Alternative zur Anwendung von Etomidate zur endotrachealen Intubation kritisch kranker Patienten darstellt. Gerade bei Patienten mit Sepsis oder schweren Traumen sollte entsprechend der dargestellten Ergebnisse auf die Anwendung von Etomidate verzichtet werden.


Also auf mit dem neuen Wissen in die Praxis!


Ich wünsche Allen viel Spaß in der eben begonnenen Arbeitswoche.


Ciao, bye-bye und bis zum nächsten Mal.


Ihr


Harald Keifert


Quelle: Lancet 2009, 374: 293 – 300


Gezielte Antibiotikatherapie durch Procalcitonin-Test

Hallo werte Kolleginnen und Kollegen,

heute habe ich einen Artikel für Sie eingestellt, der einen viel versprechenden Ansatz sowohl zur gezielten Antibiotikasteuerung als auch zur Verminderung der verabreichten Antibiotikamenge beschreibt. Vor allem die Aussicht auf eine Verringerung der Antibiotikaresistenzen hört sich sehr verlockend an. Bislang war mir Procalcitonin aus der klinischen Praxis lediglich als „Sepsismarker“ bekannt, der aber nicht zur Therapiesteuerung herangezogen wurde. Daher werde ich weiter zu diesem Aspekt recherchieren und Sie auf dem Laufenden halten. Sollten Sie interessante Erkenntnisse haben, freuen wir uns über Ihren Kommentar.

Herzliche Grüße und bis bald.

Ihr
Harald Keifert

Gezielte Antibiotikatherapie durch Procalcitonin-Test

„Am größten ist der Effekt im ambulanten Kontext, wo 75 % Antibiotika eingespart werden“, sagte Professor Bert Müller vom Kantonsspital Aarau beim 2. Nationalen Innovationsforum in Berlin. Aus meiner Sicht eine sehr erstaunliche Aussage, die zu weiteren Nachforschungen veranlasst – mit interessanten Ergebnissen: sieben kontrollierte Studien haben inzwischen gezeigt, dass sich die Antibiotikatherapie bei akuten Atemwegsinfekten mittels Bestimmung des Biomarkers Procalcitonin steuern lässt. Procalcitonin korreliert gut mit der Schwere bakterieller Infekte in den Atemwegen und auch mit der Antibiotikawirkung. Fällt der im Serum gemessene Wert ab, war die Antibiotikagabe effektiv und das Antibiotikum konnte gegebenenfalls abgesetzt werden.

Dieses Konzept wird seit mehreren Jahren, vor allem von Schweizer Ärzten, propagiert. Eine ganze Reihe von Studien, die sowohl stationär als auch ambulant durchgeführt wurde, zeigte ähnliche Ergebnisse. Wurde Procalcitonin als Marker genutzt, um zu entscheiden, wann ein Antibiotikum an- oder abgesetzt wird, verringerte sich die Zahl der Patienten, die Antibiotika erhalten bzw. kam es zu einer Verringerung der Therapiedauer.

Müller wies ferner darauf hin, dass es bei diesem Verfahren nicht mehr schwere Komplikationen gebe als beim üblichen Vorgehen. Die neueste PCT-Studie wurde vor wenigen Wochen publiziert. 1359 stationär aufgenommene Patienten mit Atemwegsinfektionen wurden entweder PCT-gesteuert oder klassisch therapiert. Auch hier war der Antibiotikaverbrauch in der Interventionsgruppe deutlich geringer.

„ Es gab erneut keinen Unterschied bei den schweren unerwünschten Ereignissen“, so Müller. In der Gesamtheit betrachtet traten sie mit Procalcitonin-Kontrolle sogar seltener auf. Hier war der Effekt allerdings nicht signifikant. Hoch signifikant hingegen war der Unterschied bei den antibiotikaassoziierten unerwünschten Wirkungen. 28 % hatten entsprechende Schwierigkeiten in der Kontrollgruppe. In der PCT-Gruppe war dies bei fast einem Drittel weniger der Fall.

Aufgrund dieser Daten von Müller und seinen Kollegen arbeiten zahlreiche Krankenhäuser in der Schweiz und viele niedergelassene Ärzte bei Patienten mit akuten Atemwegsinfekten mittlerweile mit PCT-Kontrolle. Müller sieht hierin den Grund, dass der Antibiotikaverbrauch als auch die Resistenzen in der Schweiz so niedrig sind wie nirgends sonst auf der Welt. Trotzdem hat sich dieses Verfahren bislang kaum durchgesetzt. In internationalen Leitlinien taucht die PCT-gesteuerte Antibiotikatherapie bisher ebenfalls nicht auf.

Quelle: Ärztezeitung, 2009

COPD: weniger Exazerbationen durch Cineol aus Eukalyptus

Liebe Leserinnen, liebe Leser und Freunde,

der Herbst ist bereits da, der Winter steht vor der Tür und wir sehen in der Klinik wieder vermehrt unsere COPD-Patienten mit schweren Exazerbationen. Hier die Essenz eines interessanten Artikels aus der „Ärztezeitung“ zur Reduktion von Exazerbationen bei COPD . . . in so fern interessant, weil wir wissen, dass die Anzahl der Exazerbationen eng mit der Sterblichkeit der betroffenen Patienten korreliert.

Cineol, der Hauptbestandteil von Eukalyptus, reduziert neuen Studiendaten zufolge die Rate und Schwere der Exazerbationen. In vitro wurden bereits antientzündliche und mukolytische Effekte von Cineol nachgewiesen, was jetzt in einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie überprüft wurde. 242 COPD-Patienten erhielten täglich dreimal 200 mg Cineol (3 × 1 Soledum® Kapseln forte) oder Placebo, jeweils zusätzlich zu einer leitliniengerechten Behandlung mit Bronchodilatatoren und zum Teil mit inhalativen Kortikosteroiden. Das beeindruckende Ergebnis: während einer auf sechs Monate angelegten Therapie über die Wintermonate nahmen Anzahl, Dauer und Schwere der Exazerbationen bei den cineolbehandelten Patienten signifikant ab. Das Ausmaß der Ruhedyspnoe sowie die gesamte Lebensqualität besserten sich deutlich – leider nicht die Belastungsdyspnoe. Unerwünschte Nebenwirkungen wurden erfreulicherweise nicht verzeichnet.

Schreiben Sie uns gerne Ihre Erfahrungen und Einschätzungen.

Herzliche Grüße und bis zum nächsten Mal.

Ihr
Harald Keifert

Quelle: Ärztezeitung, 2009