Nocebo: Der böse Bruder des Placebo

Hallo Kolleginnen und Kollegen,

die Psyche wird in vielen Bereichen der Medizin nach wie vor unterschätzt. Dieser Artikel weist einmal mehr darauf hin. Ich denke, dass wir in vielen Situationen durch eine kritische Reflexion unseres Kommunikationsverhaltens Positives für unsere Patienten erreichen können.

In diesem Sinne: viel Spaß beim Lesen, ein sonniges Wochenende und bis bald.

Ihr Harald Keifert

Wenn Angst zu massiven körperlichen Symptomen führt . . .  die Angst vor Krankheit kann tatsächlich krank machen. „Nocebo“ nennen Mediziner dies – in Anlehnung an den Placebo-Effekt, bei dem allein die Erwartung auf Heilung schon Besserung bringt. „Wir müssen Ihr Herz untersuchen.“ Diese Aussage des Arztes trifft viele Patienten wie ein Faustschlag. Sie werden nun erstmals mit der Möglichkeit konfrontiert, dass mit ihrem Herz etwas nicht stimmen könnte. Es folgt die Angst, das weitere Leben in Krankheit fristen zu müssen oder gar einen Herzinfarkt zu erleiden. Noch bevor tatsächlich ein Befund vorliegt, setzt die Angst ein, die schwerwiegende, auch körperliche Folgen haben kann. „Nocebo-Effekt“ (nocebo = lateinisch: mir wird geschadet) nennen Mediziner das Phänomen in Anlehnung an den bekannteren Placebo-Effekt, bei dem die Erwartung von Positivem auch tatsächlich eine Besserung bringt.

Wie weit die Folgen einer solchen Angst vor Krankheit reichen, haben Wissenschaftler in einer Studie untersucht. Sie beobachteten Patienten, die wegen Herzbeschwerden zum ersten Mal einen Kardiologen aufsuchten. Dieser ordnete daraufhin ein Belastungs-EKG an – eine Routineuntersuchung, die nichts Schlimmes bedeuten muss. In den Tests erhielt die erste Hälfte der Probanden die Information, dass nur bei jedem zehnten Patienten in einer solchen Situation eine krankhafte Störung diagnostiziert wird, die zweite Patientengruppe ging ohne Informationen in den Test. „Bei den Probanden der ersten Gruppe verschwanden die Herzprobleme meist viel rascher als bei den Probanden der zweiten Gruppe“, berichtet der Wissenschaftsjournalist Klaus Wilhelm in einem Beitrag im Märzheft der Zeitschrift „bild der wissenschaft“. Auch „kauften die Hälfte der Leute aus Gruppe 2 ihrem Arzt einen unauffälligen Befund nicht ab“, erläuter Winfried Rief, Leiter der Klinischen Psychologie und Psychotherapie des Uniklinikums Marburg, wo die Studie gelaufen ist. „Der Nocebo-Effekt spielt im modernen Medizinbetrieb eine immense Rolle“, so Rief. Eine Mitschuld trügen häufig die Ärzte selbst, erklärt der Psychosomatik-Experte Paul Enck. Er kritisierte die von vielen Ärzten häufig geäußerten „Verdachtsdiagnosen“. Da würden manchmal beiläufig Begriffe wie „Tumor“ fallengelassen, was nahezu jeder Patient sofort als Krebsdiagnose auffasse, obwohl es ebenso gutartige Tumoren gibt. Der Nocebo-Effekt ist nach wie vor ein wenig erforschtes Terrain, es existieren lediglich rund hundert wissenschaftliche Studien zu diesem Phänomen. Die extremste Erscheinungsform des Effekts hingegen ist in zahlreichen, oft wenig glaubwürdigen, Geschichten überliefert: Sie handeln von Voodoo-Zauber, bei dem Betroffenen in Sprüchen und Beschwörungen der baldige Tod vorausgesagt wird – der schließlich, glaubt man den Berichten, auch eintritt. Wie weit die Angst vor Krankheit und Tod reicht, ist in Laborversuchen aus ethischen Gründen nicht zu ermitteln.

Forscher um Manfred Schedlowski von der Uniklinik Essen konnten jedoch in Versuchen mit Ratten einen deutlichen Zusammenhang nachweisen: sie infizierten die Nager mit einem Bakterium und sperrten einen Teil der Tiere in eine enge Röhre. Die gestressten Nager starben während ihre Artgenossen, ohne Stress, die eigentlich harmlose Infektion überlebten. Chronische Ängste können auch bei Menschen das Immunsystem so stark unterdrücken, dass es selbst Allerweltskeimen nicht mehr ausreichend Paroli bieten kann, vermutet Schedlowski. Besonders weit verbreitet dürfte der Nocebo-Effekt bei Medikamenten und deren Nebenwirkungen sein. In Studien wurden Patienten vor der Gabe eines Mittels über dessen potentielle Nebenwirkungen aufgeklärt. Bei jedem fünften Patienten entwickelten sich ebendiese Symptome – auch wenn sie ein Zuckerpräparat ohne Wirkstoffe erhalten haben, denn „die Erwartung prägt den Nocebo-Effekt“, erklärt Winfried Rief. Mit Grauen denkt der Mediziner dabei an die Beipackzettel, in denen extreme Nebenwirkungen beschrieben sind. Da hilft häufig dann auch nicht, wie selten diese Nebenwirkungen auftreten. „Ein Laie kann das oft nicht beurteilen und bricht unbegründet die Therapie ab.“ Die Kosten dieser Nocebo-Effekte bei Medikamenten belaufen sich allein in Deutschland auf zwei bis drei Milliarden Euro im Jahr, schätzen Experten. Rief rät Ärzten und Apothekern, ihre Patienten gezielt auf die wahrscheinlichen Nebenwirkungen eines Medikaments hinzuweisen und die extrem unwahrscheinlichen Fälle auszuklammern. Ziel sei es, zu verhindern, dass die Patienten mit einer depressiven Grundhaltung an ihre Therapie herangehen. „Das muss man als Arzt ernst nehmen und alles dafür tun, negative in positive Erwartungen zu verwandeln.“

Info: Bild der Wissenschaft hat der Placebo-Medizin eine Titelgeschichte gewidmet. Ein Beitrag handelt auch vom bösen Bruder des Placebo-Effekts: Klaus Wilhelm: „Vorsicht, Beipackzettel!“, „bild der wissenschaft“, Heft 3/2010

Quelle: SWP

Nutze dein Zeitkonto!

Hallo werte Kolleginnen und Kollegen,

diese Geschichte habe ich vor längerer Zeit mal in den Händen gehabt, gelesen und bei mir gedacht: das solltest du nicht aus den Augen verlieren! Doch wie schnell hatte mich der Alltag wieder fest im Griff und die Geschichte und ihr tiefer Sinn waren wieder vergessen. Heute bin ich durch einen Freund (Doc Ramadani) wieder auf diese Geschichte gestoßen und diesmal werde ich sie mir neben meinen Spiegel hängen. Vielleicht fasziniert euch diese Geschichte ebenfalls!

Herzliche Grüße

Harald Keifert


Stell’ Dir vor, Du hast bei einem Wettbewerb den folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt Dir die Bank 86.400 Euro auf Deinem Bankkonto zur Verfügung. Doch dieses Spiel hat – genau wie jedes andere – auch gewisse Regeln.

Die erste Regel lautet:

Alles, was Du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird Dir wieder weggenommen, Du kannst das Geld nicht einfach auf ein anderes Konto überweisen, Du kannst das Geld nur ausgeben. Aber jeden Morgen, wenn Du erwachst, stellt Dir die Bank erneut 86.400 Euro für den kommenden Tag auf Deinem Konto zur Verfügung.

Die zweite Regel ist:

Die Bank kann das Spiel ohne Vorwarnung beenden. Zu jeder Zeit kann sie sagen: Es ist vorbei, das Spiel ist aus. Sie kann das Konto schliessen, und Du bekommst kein neues mehr.

Was würdest Du tun?

Du würdest Dir alles kaufen, was Du möchtest? Nicht nur für Dich selbst, auch für alle anderen Menschen, die Du liebst? Vielleicht sogar für Menschen, die Du nicht einmal kennst, da Du das nie alles für dich allein ausgeben könntest? In jedem Fall aber würdest Du versuchen, jeden Cent so auszugeben, dass Du ihn bestmöglich nutzt, oder?

Weißt Du, eigentlich ist dieses Spiel die Realität.

Jeder von uns hat so eine “magische Bank”. Wir sehen sie nur nicht, denn die Bank ist die Zeit. Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt und wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren, für immer verloren. Gestern ist vergangen. Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen, ohne Vorwarnung.

Was machst Du also mit Deinen täglichen 86.400 Sekunden? Sind sie nicht viel mehr Wert als die gleiche Menge in Euro?

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Bizarres aus dem Medizinbetrieb

Von wundersamen Spontanheilungen und hanebüchenen Diagnosen

Werte Kolleginnen und Kollegen,

heute für Sie einmal ein ganz anderer Literaturtipp . . . erheiternd, unglaublich und manchmal stimmt es auch nachdenklich!

Viel Spaß damit!

Ihr Harald Keifert


In einem amüsanten Buch berichtet die Ärztin Martina Frei über seltene, unglaubliche und skurrile Fälle von Diagnosen, Todesarten und Heilverfahren.

Einen Schwangerschaftstest auf vier Beinen dürfte es nicht allzu oft geben, aber Polly scheint sich als solcher bewährt zu haben. Die Hündin der Rasse Golden Retriever „erkannte Schwangerschaften zuverlässig“, schreibt die Wissenschaftsjournalistin Martina Frei in ihrem neuen Buch über „unglaubliche Fallgeschichten in der Medizin“. Polly zeigte diese erstaunliche Fähigkeit, indem sie ausgiebig am Schoß schwangerer, aber noch nichtsahnender Frau schnüffelte. Liebe geht offenbar durch die Hundenase, zumindest wenn sie mehrere Wochen zurückliegt. Auch bestimmte Krebsarten können die schwanzwedelnden Vierbeiner riechen.

Mal vergnügliche, mal lehrreiche Gesundheits-Anekdoten hat Martina Frei, Redakteurin des Zürcher Tages-Anzeigers und selber Ärztin, in ihrem Buch „Das Mädchen mit den zwei Blutgruppen“ versammelt. Frei hat ihr mit ironischem Unterton geschriebenes Werk auch für all jene verfasst, die ihren Arzt „mal mit etwas Originellerem beeindrucken wollen als mit Husten-Schnupfen-Heiserkeit“. Es gibt schließlich so viele Möglichkeiten, krank zu sein.

Beispielsweise könnte man sich so lange durchs Fernsehprogramm zappen, bis man eine Moderatoren- oder Ansagerstimme gefunden hat, die einem so richtig übel mitspielt. Bei einer 45-Jährigen aus den USA hat das geklappt: Sie reagierte auf die Stimme der blonden Moderatorin Mary Hart mit epileptischen Anfällen.

Freis Buch warnt zwar vor so manchem Gesundheitsrisiko – etwa vor dem allergischen Potenzial von Arzneien, die der Geschlechtspartner einnimmt. Doch es zeigt auch wundersame Wege der Heilung auf. Eine Dame namens Hubmann sollte in Köln an der Bandscheibe operiert werden, kam jedoch gar nicht erst in den OP, weil sich ihr Problem durch einen Auffahrunfall löste. Die Pflegekraft hatte die Patientin mitsamt ihrem Bett auf dem leicht abschüssigen Flur abgestellt und vergessen, die Bremsen festzustellen.

Martina Frei: Das Mädchen mit den zwei Blutgruppen. Unglaubliche Fallgeschichten aus der Medizin, Eichborn Verlag, 16,95 Euro.

Quelle: Walter Schmidt, SÜDWEST PRESSE vom 27.02.2010


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Ein Steuergeschenk für Krankenversicherte

Hallo werte Kolleginnen und Kollegen,

die Krankenkassen sind in die Schlagzeilen geraten . . . Ausgleichszahlung und stetig steigende Beiträge werden zunehmend zum Problem – auch Privatversicherte stöhnen, da die Beträge für Viele die Belastungsgrenze erreicht haben. Gerade aus diesem Grund ist ein kritischer Vergleich der Leistungen angezeigt. Eine tragfähige Entscheidung kann nur durch präzise Berücksichtigung des individuellen Lebenskontexts getroffen werden. Vergleichen Sie in Ruhe und lassen Sie sich beraten. Ich stecke da gerade mitten drin und lerne in diesem Entscheidungsprozess täglich dazu. Gerade der verlockende Umstieg in die private Krankenversicherung sollte gut überlegt und kritisch abgewogen werden. Neben unstrittigen Vorteilen können schwer kalkulierbare Beitragssteigerungen auf den Versicherungsnehmer zukommen, der dazu zwingen kann, das Leistungsspektrum zu reduzieren. Für chronische Erkrankungen werden kräftige Zuschläge veranschlagt, Kinder sind in der Regel nicht kostenfrei mitversichert! Dennoch gibt es bei diesem Thema auch einen kleinen Wermutstropfen, den man als kleines Steurgeschenk bezeichnen kann – lesen Sie einfach weiter:

Bisher konnten Steuerzahler ihre Versichertenbeiträge nur begrenzt in der Einkommenssteuererklärung geltend machen. Das Finanzamt deckelte die tatsächlich gezahlten Beiträge, indem es nur einen Höchstbetrag gewährte. Durch das Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung werden die Beiträge weitaus stärker berücksichtigt als bisher. Das heißt: Ab 2010 werden alle Beiträge steuerlich berücksichtigt, die das Versorgungsniveau einer Basiskranken- und Pflegeversicherung absichern. Als Maßstab gilt der neue einheitliche Basistarif der Krankenversicherung, der seit dem 1. Januar 2009 branchenweit angeboten wird. Zahlungen für Komfortleistungen wie Einbettzimmer oder Chefarztbehandlung werden dabei nicht steuerlich begünstigt. Gesetzlich Versicherte können künftig insgesamt 96 Prozent ihrer (Basis-) Krankenversicherungsbeiträge und 100 Prozent der Pflegepflichtversicherungsbeiträge geltend machen. Neben den eigenen Beiträgen kann der Versicherte auch die Beiträge für den Ehegatten und die Kinder abziehen. Beiträge zur Haftpflicht-, Arbeitslosen-, Unfall-, und Berufsunfähigkeitsversicherung werden nach neuem Recht nicht mehr steuerlich abzugsfähig sein. Insgesamt profitieren Krankenversicherte aber von dem neuen Gesetz. Wichtig: Bei der Abgabe der Steuererklärung für 2010 sind die Ausgaben für Kranken- und Pflegeversicherung dann als Sonderausgaben einzutragen, da die Beitragsausgaben bei der laufenden Lohnsteuerberechnung als „Vorsorgepauschale berücksichtigt wird.

Herzliche Grüße

Ihr Harald Keifert

Arzneimittelpflanze des Jahres 2010

Hallo an alle!

Heute wieder ein vielleicht interessanter Blogbeitrag für Sie zu einer oft vergessenen, ganz unscheinbaren Pflanze – der Efeu! Überrascht??

Es ist schon seit der Antike bekannt, dass der Efeu, genauer seine Blätter und Früchte, als Schmerzmittel wirken – er kann auch, in Salben verarbeitet, bei Verbrennungen hilfreich eingesetzt werden. Heutzutage kommen Extrakte aus den gelappten Blättern zum Einsatz. Sie wirken lindernd bei chronisch-entzündlichen Bronchialerkrankungen sowie akuten Entzündungen der Atemwege. Auch bei Keuchhusten können Erfolge erzielt werden. Die für all diese Wirkungen verantwortlichen Inhaltsstoffe sind die sogenannten Saponine. Wichtige Info für (zu diesem Zeitpunkt vielleicht schon abwinkende) „Schulmediziner“ (. . . ich gehöre ja auch dazu) J: die Wirksamkeit ist durch klinische Studien gut belegt. Vielleicht geht es Einigen unter Ihnen auch so – manchmal macht es Einen schon ein wenig traurig, wie oft die Kräfte der Natur doch geringgeschätzt werden . . . und dem Patienten damit doch viel an Heilung, zumindest Linderung vorenthalten wird.

Aber Vorsicht: es ist allgemein bekannt, dass hochwirksame pflanzliche Wirkstoffe auch sehr rasch unerfreuliche bis gefährliche Wirkungen zur Folge haben können. In diesem Fall heißt das, dass frische Efeublätter und ihr Saft nach Kontakt mit der Haut unerfreuliche Nebenwirkungen zur Folge haben können. Bei „Genuss“ der Beeren können sich, vor allem bei Kindern, zügig Durchfälle, Übelkeit und Erbrechen einstellen.

Vielleicht führt dieser Blogartikel dazu, dass Sie sich näher mit dem sehr großen Spektrum der Heilpflanzen beschäftigen und hier interessante Entdeckungen auch über bekannte Pflanzen machen, deren Wirkung aber nur sehr wenige Menschen kennen.

Beste Grüße

Ihr Harald Keifert

Quelle: Lungenärzte im Netz / Newsletter der SHG Lungenemphysem – COPD Deutschland, 16.1.10

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H1N1: Pneumokokken im Nasen- bzw. Rachenabstrich als Risikofaktor?

Werte Kolleginnen und Kollegen,

neue Infos zu H1N1 aus dem aktuellen Newsletter der SHG Lungenemphysem-COPD Deutschland vom 16.1.2010. Hier wird davon ausgegangen, dass neben chronischen Erkrankungenein weiterer, möglicherweise noch bedeutenderer Risikofaktor für den schweren Verlauf der neuen Influenza existiert –  nämlich den Nachweis von Pneumokokken im Nasenabstrich!

Es ist nicht neu, dass ein großer Teil der Todesfälle der saisonalen Grippe nicht auf die Influenzaviren selbst, sondern auf eine bakterielle Superinfektion zurückzuführen sind. Viele Patienten versterben an einer schweren Lungenentzündung, die typischerweise von auf Streptococcus pneumoniae zurückzuführen ist. Dies ist auch bei der neuen Influenza nicht anders. In Argentinien suchen Forscher derzeit nach Gründen für die hohe Case Fatality Rate von H1N1. Hier sterben 4,5 % der behandelten Patienten, während es in Mexiko nur etwa 0,6 % waren. Die Vermutung, dass es sich um die Entstehung einer neuen Virusvariante handelt, war rasch widerlegt. Allerdings entdeckte Palacios von der Columbia University in New York City, dass bei einer erstaunlich hohen Anzahl an Patienten in Argentinien die Nasenschleimhaut mit Streptococcus pneumoniae besiedelt war. Bei den Patienten mit sehr schweren Verläufen betrug die Prävalenz 56,4 % und in der Altersgruppe von 6 bis 55 Jahren, in der in der Regel eher milde Verläufe beobachtet werden, hatten bei schweren Verläufen 65 % der Betroffenen einen positiven Rachenabstrich. Ungeklärt ist bislang, ob die hohe Case Fatality Rate auf spezielle Pneumokokkenstämme zurückzuführen ist.

Für mich stellt sich die Frage, ob die Durchführung eines Nasen- und / oder Rachenabstrichs nicht routinemäßig in die Aufnahmediagnostik bei Patienten mit Verdacht auf bronchopulmonale Infekte integriert werden sollte und ob nicht eine frühzeitige antibiotische Therapie schwere Verläufe verhindern könnte.

Ihr Harald Keifert

Quelle: Deutsches Ärzteblatt / Newsletter der SHG Lungenemphysem-COPD Deutschland vom 16.1.2010

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Medikationsfehler auf Intensivstationen – eine Studie

Hallo Kolleginnen und Kollegen,

eine interessante Studie erschien schon im April 2009 im Ärzteblatt. Die Studie erforscht die Fehlerhäufigkeit und -ursachen, insbesonders hinsichtlicht der Medikation auf Intensivstationen. Selbst wenn der statistische Teil vielleicht etwas abschreckend wirkt – der Artikel selbst ist auf jeden Fall sehr lesenswert. Nicht zuletzt werden Zusammenhänge mit der Komplexität der Arbeitssituation, der Kommunikation, der Mitwirkung von Auszubildenden und dergleichen mehr herausgearbeitet.

… und den Artikel gibt´s hier als PDF.

Viele Grüße und ein erfolgreiches neues Jahr
Jörg Weißenhorner

Bewegung, Bewegung, Bewegung!

Bewegung scheint vor Vielem zu schützen und mehr positive Effekte zu bewirken, als man zunächst vermuten mag. Außerdem kann Bewegung richtig Spaß machen, wenn man erst einmal das Richtige für sich gefunden hat . . . jedem Fitnessstudio, Joggen oder Radfahren zu verordnen ist sicher wenig sinnvoll. Das Spektrum sich zu sportlich zu betätigen ist sehr groß . . . ob alleine, zu zweit oder in der Gruppe, da ist sicherlich für Jeden etwas dabei. Und dann klappt das auch und man hält länger durch als nur 5 Tage nach der fetten Weihnachtsgans.

Herzliche Grüße

Ihr Harald Keifert

 

Folgender Artikel erschien im Dezember 2009 im Presseanzeiger:

(PA) Eine Studie zeigt: körperliche Aktivität unterstützt die eigenen Heilkräfte des Körpers. Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder die koronare Herzkrankheit sind oft die Folge des bequemen und körperlich passiven Lebensstils vieler Bundesbürger und werden so immer mehr zu einem bedeutenden Problem in Deutschland. Doch eine Studie des Zentrum für Gesundheit (ZfG) der Deutschen Sporthochschule Köln belegt: bereits 3000 Schritte mehr am Tag können den Cholesterinspiegel signifikant senken. Sowohl das Gesamtcholesterin als auch das sogenannte LDL-Cholesterin konnten während des Studienzeitraums bei Personen mit erhöhten Werten stark reduziert werden. Somit kann allein eine geringe Erhöhung der Alltagsaktivität das Risiko für eine Arteriosklerose deutlich minimieren. „Es kommt also nicht immer nur auf den Sport an, sondern auf die körperliche Aktivität allgemein. Jeder Schritt zählt also!“, fasst Prof. Dr. Ingo Fröböse, Leiter des ZfG und Initiator der Studie, das Ergebnis der Studie zusammen.

Eine ausführliche Zusammenfassung dieser Studie finden Sie unter http://www.purovivo.de/Gesundheit

 

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„Miteinander reden“ – Schulz v. Thun geht in den Ruhestand

Hallo Kolleginnnen und Kollegen,

wer hat nicht schon von ihm gehört – Friedemann Schulz von Thun.  Sein Standardwerk „Miteinander reden“ wird in Aus- und Weiterbildungen, im Studium, in Fortbildungen zitiert, insbesonders sein Vier-Ebenen-Modell der Kommunikation.

Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Friedemann_Schulz_von_Thun (Bildlizenz: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Vier-Seiten-Modell_de.svg)

Ah, spätestens jetzt klingelt´s 😆

Wenn Sie einmal erfahren wollen, wer der Mensch hinter dieser Arbeit ist, dann empfehle ich die Abschiedsvorlesung von Professor Schulz v. Thun, die er am 23.10.2009 in Hamburg gehalten hat.


Sie können das Video auch direkt auf der Seite von Lecture2go ansehen, ein Dienst der Vorlesungen der Uni Hamburg aufzeichnet und als Streams zur Verfügung stellt.


Mehr über Schulz v. Thun erfahren Sie auch auf dessen Website.


Viel Spaß mit diesem unterhaltsamen Vortrag wünscht
Jörg Weißenhorner

Uni Greifswald – Erfolge durch konsequentes Sepsismanagement

Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen, Einhaltung von Richtlinien und konsequente Schulung und Fortbildung der Mitarbeiter – das seien die zentralen Erfolgsfaktoren im Konzept des Sepsismanagements an der Uniklinik Greifswald. Eine Senkung der Letalität könnte damit über die vergangenen 2 Jahre nachgewiesen werden.

Link zum Nachlesen

Es zeigt sich damit wieder einmal, welchen Stellenwert eine hochwertige Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter hat.

Beste Grüße

Jörg Weißenhorner