H1N1: Pneumokokken im Nasen- bzw. Rachenabstrich als Risikofaktor?

Werte Kolleginnen und Kollegen,

neue Infos zu H1N1 aus dem aktuellen Newsletter der SHG Lungenemphysem-COPD Deutschland vom 16.1.2010. Hier wird davon ausgegangen, dass neben chronischen Erkrankungenein weiterer, möglicherweise noch bedeutenderer Risikofaktor für den schweren Verlauf der neuen Influenza existiert –  nämlich den Nachweis von Pneumokokken im Nasenabstrich!

Es ist nicht neu, dass ein großer Teil der Todesfälle der saisonalen Grippe nicht auf die Influenzaviren selbst, sondern auf eine bakterielle Superinfektion zurückzuführen sind. Viele Patienten versterben an einer schweren Lungenentzündung, die typischerweise von auf Streptococcus pneumoniae zurückzuführen ist. Dies ist auch bei der neuen Influenza nicht anders. In Argentinien suchen Forscher derzeit nach Gründen für die hohe Case Fatality Rate von H1N1. Hier sterben 4,5 % der behandelten Patienten, während es in Mexiko nur etwa 0,6 % waren. Die Vermutung, dass es sich um die Entstehung einer neuen Virusvariante handelt, war rasch widerlegt. Allerdings entdeckte Palacios von der Columbia University in New York City, dass bei einer erstaunlich hohen Anzahl an Patienten in Argentinien die Nasenschleimhaut mit Streptococcus pneumoniae besiedelt war. Bei den Patienten mit sehr schweren Verläufen betrug die Prävalenz 56,4 % und in der Altersgruppe von 6 bis 55 Jahren, in der in der Regel eher milde Verläufe beobachtet werden, hatten bei schweren Verläufen 65 % der Betroffenen einen positiven Rachenabstrich. Ungeklärt ist bislang, ob die hohe Case Fatality Rate auf spezielle Pneumokokkenstämme zurückzuführen ist.

Für mich stellt sich die Frage, ob die Durchführung eines Nasen- und / oder Rachenabstrichs nicht routinemäßig in die Aufnahmediagnostik bei Patienten mit Verdacht auf bronchopulmonale Infekte integriert werden sollte und ob nicht eine frühzeitige antibiotische Therapie schwere Verläufe verhindern könnte.

Ihr Harald Keifert

Quelle: Deutsches Ärzteblatt / Newsletter der SHG Lungenemphysem-COPD Deutschland vom 16.1.2010

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Medikationsfehler auf Intensivstationen – eine Studie

Hallo Kolleginnen und Kollegen,

eine interessante Studie erschien schon im April 2009 im Ärzteblatt. Die Studie erforscht die Fehlerhäufigkeit und -ursachen, insbesonders hinsichtlicht der Medikation auf Intensivstationen. Selbst wenn der statistische Teil vielleicht etwas abschreckend wirkt – der Artikel selbst ist auf jeden Fall sehr lesenswert. Nicht zuletzt werden Zusammenhänge mit der Komplexität der Arbeitssituation, der Kommunikation, der Mitwirkung von Auszubildenden und dergleichen mehr herausgearbeitet.

… und den Artikel gibt´s hier als PDF.

Viele Grüße und ein erfolgreiches neues Jahr
Jörg Weißenhorner

Bewegung, Bewegung, Bewegung!

Bewegung scheint vor Vielem zu schützen und mehr positive Effekte zu bewirken, als man zunächst vermuten mag. Außerdem kann Bewegung richtig Spaß machen, wenn man erst einmal das Richtige für sich gefunden hat . . . jedem Fitnessstudio, Joggen oder Radfahren zu verordnen ist sicher wenig sinnvoll. Das Spektrum sich zu sportlich zu betätigen ist sehr groß . . . ob alleine, zu zweit oder in der Gruppe, da ist sicherlich für Jeden etwas dabei. Und dann klappt das auch und man hält länger durch als nur 5 Tage nach der fetten Weihnachtsgans.

Herzliche Grüße

Ihr Harald Keifert

 

Folgender Artikel erschien im Dezember 2009 im Presseanzeiger:

(PA) Eine Studie zeigt: körperliche Aktivität unterstützt die eigenen Heilkräfte des Körpers. Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder die koronare Herzkrankheit sind oft die Folge des bequemen und körperlich passiven Lebensstils vieler Bundesbürger und werden so immer mehr zu einem bedeutenden Problem in Deutschland. Doch eine Studie des Zentrum für Gesundheit (ZfG) der Deutschen Sporthochschule Köln belegt: bereits 3000 Schritte mehr am Tag können den Cholesterinspiegel signifikant senken. Sowohl das Gesamtcholesterin als auch das sogenannte LDL-Cholesterin konnten während des Studienzeitraums bei Personen mit erhöhten Werten stark reduziert werden. Somit kann allein eine geringe Erhöhung der Alltagsaktivität das Risiko für eine Arteriosklerose deutlich minimieren. „Es kommt also nicht immer nur auf den Sport an, sondern auf die körperliche Aktivität allgemein. Jeder Schritt zählt also!“, fasst Prof. Dr. Ingo Fröböse, Leiter des ZfG und Initiator der Studie, das Ergebnis der Studie zusammen.

Eine ausführliche Zusammenfassung dieser Studie finden Sie unter http://www.purovivo.de/Gesundheit

 

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„Miteinander reden“ – Schulz v. Thun geht in den Ruhestand

Hallo Kolleginnnen und Kollegen,

wer hat nicht schon von ihm gehört – Friedemann Schulz von Thun.  Sein Standardwerk „Miteinander reden“ wird in Aus- und Weiterbildungen, im Studium, in Fortbildungen zitiert, insbesonders sein Vier-Ebenen-Modell der Kommunikation.

Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Friedemann_Schulz_von_Thun (Bildlizenz: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Vier-Seiten-Modell_de.svg)

Ah, spätestens jetzt klingelt´s 😆

Wenn Sie einmal erfahren wollen, wer der Mensch hinter dieser Arbeit ist, dann empfehle ich die Abschiedsvorlesung von Professor Schulz v. Thun, die er am 23.10.2009 in Hamburg gehalten hat.


Sie können das Video auch direkt auf der Seite von Lecture2go ansehen, ein Dienst der Vorlesungen der Uni Hamburg aufzeichnet und als Streams zur Verfügung stellt.


Mehr über Schulz v. Thun erfahren Sie auch auf dessen Website.


Viel Spaß mit diesem unterhaltsamen Vortrag wünscht
Jörg Weißenhorner

Uni Greifswald – Erfolge durch konsequentes Sepsismanagement

Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen, Einhaltung von Richtlinien und konsequente Schulung und Fortbildung der Mitarbeiter – das seien die zentralen Erfolgsfaktoren im Konzept des Sepsismanagements an der Uniklinik Greifswald. Eine Senkung der Letalität könnte damit über die vergangenen 2 Jahre nachgewiesen werden.

Link zum Nachlesen

Es zeigt sich damit wieder einmal, welchen Stellenwert eine hochwertige Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter hat.

Beste Grüße

Jörg Weißenhorner

Linktipp: Intensivstation-Kompakt

Hallo Kolleginnen und Kollegen,

haben Sie schon mal versucht, Verwandten oder Bekannten von Ihrer Arbeit und dem Setting dort zu erzählen? Schwierig, nicht wahr?

Ebenso schwierig ist es, Angehörigen und Besuchern in der ohnehin schon knappen Zeit die wesentlichen Merkmale des Aufenthalts auf der Intensivstation zu erläutern. Manche Kliniken haben Besucher- oder Patientenbroschüren für den Intensivaufenthalt – leider ist das aber nicht Standard.

 

Einen anderen Weg wählen Herr Kramer und Frau Schmidt. Diese sind zwei Intensivpflegende aus Magdeburg, die eine ganz hervorragende Online-Broschüre erstellt haben. Ich denke, diese Internetadresse kann man auch ganz ausgezeichnet an Angehörige von Patienten weitergeben, wenn keine eigene Informationsbroschüre vorhanden ist.

Ich persönlich hoffe, dass die beiden Kollegen dort durch eine Vielzahl an Besuchern ihrer Webseite motiviert werden, dieses Projekt zu pflegen. Und ich hoffe, dass weitere Pflegende ähnliche Projekte ins Netz stellen und damit öffentliches Bewusstsein schaffen, was Pflegende leisten.

Und hier ist die Webseite:

www.intensivstation-kompakt.de

Viel Spaß damit wünscht

Jörg Weißenhorner

Flohsamen für den Darm

Liebe Leserinnen und Leser,

ungefähr jeder zehnte Mitteleuropäer leidet an chronischen Verdauungsstörungen, die im allgemeinen Sprachgebrauch oft als „Reizdarm” bezeichnet werden. Das Internet ist voll von Artikeln zu diesem Thema. Blähungen, Völlegefühl, Magendrücken, unregelmäßiger Stuhlgang sind häufige Symptome, welche das Wohlbefinden der Betroffenen oftmals stark einschränken. Die Diagnose „Reizdarm“ ist schnell gestellt. Die schlechte Nachricht ist, dass die „Schulmedizin“ gegen diese Diagnose oftmals nur mit sehr bescheidenen Erfolgschancen antritt. Der Gang zum „Naturheilkundler“ scheint empfehlenswert . . . was man meiner Ansicht nach ohnehin häufiger in Erwägung ziehen sollte!

Wenn Sie von diesem Problem betroffen sein sollten, lassen Sie sich bitte beraten! Eine Studie an der Universität Utrecht zeigte an 275 Patienten mit Reizdarmsyndrom ganz Erstaunliches. Drei Gruppen erhielten täglich über drei Monate hinweg entweder 10 g Reismehl, Kleie oder Flohsamenschalen. Positive Effekte im Sinne einer Erleichterung der Symptome traten bei der Einnahme von Flohsamenschalen bei 90 % der Betroffenen auf, bei Kleie waren es 58 % und bei Reismehl 49 %. Wegen der hohen Quell- und Bindungseigenschaften sind sie in der Lage schädliche Stoffe im Darm aufzunehmen und zu eliminieren. Interessant auch, dass die Europäische Arzneimittelbehörde seit dem Jahr 2006 Flohsamenschalen eine hohe Wirksamkeit bescheinigt.

Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken – in jedem Falle – hier im Speziellen um eine gute Quellung im Darmlumen zu erreichen und die Wirksamkeit zu unterstützen.

Ja, das war’s für heute – ciao, bye-bye und bis zum nächsten Mal.

Ihr Harald Keifert

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Auch leichtes Schnarchen kann gefährlicher sein als vermutet

Werte Kolleginnen und Kollegen,

hier ein interessanter Beitrag, den ich im Newsletter der Selbsthilfegruppe Lungenemphysem und COPD Deutschland vom 26.11.09 gefunden habe und hier kurz für Sie zusammenfasse.

Spricht man über die Problematik des Schnarchens und den daraus sich ergebenen Konsequenzen, denkt man sehr häufig an Patienten mit schwerer Schlafapnoe. Eine Untersuchung in der AMERICAN SLEEP CLINIC in Frankfurt, an der 47 schnarchende Patienten und 47 Patienten mit Schlafapnoe teilgenommen haben, brachte sehr Interessantes hervor. Die Ergebnisse veranlassten die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumonologie und Beatmungsmedizin dazu, darauf hinzuweisen, dass auch gewöhnliches Schnarchen deutliche Reaktionsdefizite im täglichen Alltag hervorrufen kann. Aufgrund der verringerten Reaktionsgeschwindigkeit kann ein deutlich erhöhtes Risiko für Autounfälle, aber auch für Arbeitsunfälle entstehen. Beim Reaktionstest, bei dem nach Auftreten eines sichtbaren Reizes eine Taste gedrückt werden sollte, wurde erstaunlicherweise festgestellt, dass schnarchende Probanten wesentlich langsamer reagieren als nicht schnarchende Menschen, die 0,5 % Alkohol im Blut hatten und nochmals deutlich langsamer als Patienten die an einer Schlafapnoe leiden.

Nochmals kurz zusammengefasst, soll darauf hingewiesen sein, dass Schnarchen eine Alarmreaktion des Körpers darstellt und eine deutliche Belastung für ihn bedeutet. Die Problematik liegt an der Alarmreaktion, die das Gehirn auslöst sobald es die reduzierte Sauerstoffversorgung die sich beim Schnarchen ergibt, registriert. In Konsequenz dessen nimmt die gesamte Muskelspannung des Körpers zu. Es muss eine erhöhte Atemarbeit bewältigt werden, um die beim Schnarchen deutlich entspannte Muskulatur im Rachenbereich offen zuhalten. Aus diesem Grund ist Schlafen in dieser Situation deutlich anstrengender und natürlich auch weniger erholsam als dies für Nichtschnarcher der Fall ist.

Als Konsequenz dieser Untersuchung kann eine regelmäßige Überprüfung der Reaktionsfähigkeit als sinnvoll angesehen werden. Das gilt grundsätzlich für jeden, im Besonderen aber für Menschen die häufig und regelmäßig am Straßenverkehr teilnehmen. Diese Untersuchung zeigt deutlich, dass Schnarchen generell kein harmloses Problem ist und selbst in dieser leichten Ausprägung einer intensiven Diagnostik bedarf. Häufig steht dieser intensivierten Diagnostik und Therapie die subjektive Einschätzung der Betroffenen gegenüber, da sie zum Einen meinen gar nicht zu schnarchen und auch nicht angeben, dass sie tagsüber müde sind, was hingegen bei Patienten mit schwerer Schlafapnoe ein häufig genanntes Symptom darstellt. Die eingeschränkte Reaktionsfähigkeit kann in besonderen Fällen schwierige und problematische Folgen haben, weil hierdurch nicht nur eine Eigengefährdung sondern auch eine deutliche Fremdgefährdung im Straßenverkehr auftreten kann. Jeder vierte tödliche Unfall im Straßenverkehr wird auf mangelnde Reaktionsfähigkeit und Übermüdung zurückgeführt.

Da häufig als Ursache für das Schnarchen Übergewicht verantwortlich gemacht wird, hilft es oft schon das Körpergewicht ein wenig zu verringern. In verschiedenen Fällen bietet sich auch eine kleine Schiene an, die nachts im Schlaf getragen wird und den Unterkiefer so nach vorne bzw. nach unten zieht, dass sich die Atmung während des Schlafes normalisiert. Bei schwereren Fällen ist eine CPAP-Therapie mit einer in der Regel installierten Nasenmaske sinnvoll, bei der nachts der Rachen offen gehalten wird. In verschiedenen Fällen kann das Schnarchen derartige Ausmaße annehmen, dass die Situation auch für den Partner sehr belastend wird, der dann auch häufig zu einer Therapie drängt. Schwierig im Zusammenhang mit dem Schnarchen stellt sich der Zusammenhang dar, dass sich besonders bei Vorliegen eines Schlafapnoe-Syndroms viele Betroffene nicht darüber im Klaren sind, dass durch diese Problematik Herz-Kreislauf-Erkrankungen resultieren können, die zu einer deutlichen Reduktion der Lebenserwartung führen.

Also kurz zusammengefasst: wenn Sie selbst schnarchen oder man Ihnen häufig sagt, dass Sie schnarchen, glauben Sie zum Einen Ihrem Partner und zum Zweiten begeben Sie sich unbedingt zur weiteren Abklärung in ein so genanntes Schlaflabor bzw. nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Hausarzt und Lungenfacharzt auf.

In diesem Sinne eine gut Zeit und bis zum nächsten, so hoffe ich informativen Blog an dieser Stelle

Ihr Harald Keifert.

Quelle: Lungenärzte im Netz in Newsletter der SHG Lungenemphysem-COPD Deutschland erschienen am 26.11.09

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Resistenten Keimen geht es mit gekühltem Plasma an den Kragen

Werte Kolleginnen und Kollegen,

Forschern am Max-Planck-Institut ist es wohl gelungen,  mit gekühltem Plasma (nein, kein Blutplasma!) effektive Hände- und Wunddesinfektionen durchzuführen. Die Wirksamkeit ist besonders hinsichtlich resistenter Keime von Interesse.


Lesen Sie hier mehr dazu.


Beste Grüße

Jörg Weißenhorner

„Aus dem Leben…“ – Was ist das denn?

An dieser Stelle entstehen nach und nach Beiträge zu Themen, die einem so jeden Tag bei der Arbeit oder auch sonst durch den Kopf gehen und die man auch Anderen mitteilen möchte – um sie einfach zu formulieren und vor allem um zu hören, welche Meinung die Kolleginnen und Kollegen so dazu haben. Bis dann an dieser Stelle.


Ihr Harald Keifert

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