Jetzt ist es amtlich: HES-haltige Infusionslösungen sollen endgültig vom Markt verschwinden!

Liebe Leserinnen und Leser,

literweise haben wir es früher gegeben – prima hat es geholfen, so hatte man den Eindruck! Bis in den letzten Jahren die kritischen Stimmen immer lauter geworden sind und die wissenschaftlichen Daten immer eindeutiger! Jetzt ist es amtlich: HES-haltige Infusionslösungen sollen endgültig vom Markt verschwinden! Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die Empfehlung ausgesprochen. In klinischen Studien zeigten sich bei Anwendung von HES-Lösungen ein erhöhtes Risiko für Nierenversagen und eine erhöhte Mortalität. Sie dürfen seither nicht mehr zur Behandlung von Patienten mit Sepsis, mit Verbrennungen und bei intensivpflichtigen Patienten eingesetzt werden. Bei allen anderen Patienten sollen sie maximal 24 Stunden lang angewendet werden. Währenddessen muss die Nierenfunktion überwacht werden. HES-haltige Infusionslösungen werden aktuell noch zur Behandlung von Patienten mit Hypovolämie durch akuten (plötzlichen) Blutverlust eingesetzt, wenn die Behandlung mit alternativen Infusionslösungen – Kristalloiden – allein als nicht ausreichend angesehen wird. Aber auch hier gibt es Alternativen, so dass wir HES wohl tatsächlich nicht mehr benötigen!

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende – bis zum nächsten Artikel!

Ihr Harald Keifert

unter Verwendung der Quelle Medscape, 12.01.18

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