Auf dem Prüfstand: Metamizol

Liebe Leserinnen und Leser,

anbei sende ich Ihnen eine kurze Information zu dem bekannten Schmerzmittel Metamizol.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und schicke Ihnen herzliche Grüße.

Ihr Harald Keifert

Die Überprüfung von Schmerzmitteln, die Metamizol enthalten, hat der CHMP (Committee for Medicinal Products for Human Use) mittlerweile abgeschlossen. Der Ausschuss empfiehlt, dass die Tageshöchstdosis und die Kontraindikationen bei schwangeren oder stillenden Frauen für alle Produkte auf dem europäischen Markt vereinheitlicht werden sollten. Die Vorschläge des CHMP umfassen eine maximale orale Einzeldosis von 1.000 mg, die bis zu 4-mal am Tag genommen werden kann, sprich eine Tageshöchstdosis von 4.000 mg bei Patienten ab 15 Jahren. Die Behandlung sollte bei der kleinsten empfohlenen Dosis starten und nur bei Bedarf erhöht werden. Bei Injektion des Schmerzmittels soll die Tagesdosis 5.000 mg nicht überschreiten. Bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren sollte die Dosierung abhängig vom Körpergewicht erfolgen. Einige Produkte auf dem Markt sind deshalb aufgrund ihrer Wirkstärke für jüngere Patienten nicht geeignet. Zu den Effekten von Metamizol in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es wenig Evidenz, es fand sich aber auch kaum etwas, das auf Probleme in der frühen Schwangerschaft hindeuten würde. Einzeldosen in den ersten 6 Monaten der Schwangerschaft sind wahrscheinlich vertretbar, falls andere Analgetika nicht in Frage kommen, so das Fazit des CHMP. Anders sieht es in den letzten 3 Schwangerschaftsmonaten aus, hier kann es eventuell zu Effekten auf Nieren und Durchblutung des Fötus kommen. In diesem Zeitraum sollte Metamizol nicht angewendet werden. Und vorsichtshalber sollten auch stillende Mütter Metamizol nicht einnehmen, da das Medikament über die Muttermilch auch vom Kind aufgenommen wird.

Quelle: Medscape 14.12.18

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